Bonitätsindex

Kennzahl einer Wirtschaftsauskunftei, die die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens in einem Wert bündelt. Lieferanten, Kreditversicherer und Kunden schätzen damit Zahlungsrisiken ein.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Bonitätsindex einfach erklärt

Wirtschaftsauskunfteien sammeln Informationen über Unternehmen — Handelsregisterdaten, Jahresabschlüsse, Zahlungserfahrungen von Lieferanten, Branchenrisiken, Negativmerkmale — und verdichten sie zu einem Bonitätsindex. Bei Creditreform reicht die Skala von 100 für ausgezeichnete Bonität bis 600 für harte Negativmerkmale wie eine Insolvenz; je niedriger der Wert, desto besser. Andere Anbieter verwenden eigene Skalen und Bezeichnungen, die sich nicht eins zu eins übertragen lassen.

Der Index ist vor allem im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen wichtig. Lieferanten entscheiden danach über Zahlungsziele und Vorkasse, Warenkreditversicherer über Limits für Kunden, Leasinggesellschaften und Factoring-Anbieter über die Annahme eines Vertrags. Banken stützen sich bei der Kreditvergabe dagegen in erster Linie auf ihr eigenes internes Rating und nutzen externe Auskünfte ergänzend. Auch Kunden prüfen vor größeren Aufträgen zunehmend die Bonität ihrer Lieferanten, um Lieferausfälle zu vermeiden.

Ein schwacher Index kann teuer werden, ohne dass es das Unternehmen sofort merkt: Lieferanten kürzen Ziele, Kreditversicherer streichen Limits, und plötzlich steigt der Bedarf an Betriebsmitteln. Oft liegt die Ursache in fehlenden oder veralteten Daten — etwa wenn der Jahresabschluss erst spät offengelegt wird und die Auskunftei mit älteren Zahlen oder Schätzungen arbeitet.

Unternehmen können ihre eigene Auskunft abrufen, fehlerhafte Angaben korrigieren lassen und aktiv aktuelle Zahlen einreichen. Ähnlich wie beim Scoring für Privatpersonen handelt es sich um ein statistisches Verfahren; die Datenbasis ist bei Unternehmen aber breiter und umfasst auch Bilanz-, Branchen- und Strukturdaten. Wer seinen Index einmal im Jahr prüft, erkennt Probleme, bevor Geschäftspartner darauf reagieren.

Beispiel aus der Praxis: Ein Metallverarbeiter mit 8 Mio. Euro Umsatz wundert sich, dass ein wichtiger Lieferant plötzlich nur noch gegen Vorkasse liefert. Eine Selbstauskunft zeigt einen deutlich verschlechterten Index, weil der aktuelle Jahresabschluss fehlte und ältere Verlustzahlen gewertet wurden. Nach Einreichung der aktuellen Bilanz verbessert sich der Wert, und der Lieferant gewährt wieder 30 Tage Ziel.

Aus der Bankersperspektive

Banken nutzen externe Bonitätsindizes vor allem als Frühwarnsignal: Verschlechtert sich der Index eines Kunden, fragen sie nach. Wer seine Auskunft regelmäßig selbst prüft und aktuell hält, vermeidet unangenehme Überraschungen im Kreditgespräch.

Häufige Fragen zum Thema Bonitätsindex

Welcher Bonitätsindex ist gut?

Beim Creditreform-Index gilt: je niedriger, desto besser, Werte im unteren Bereich der Skala stehen für eine sehr gute bis gute Bonität. Andere Auskunfteien nutzen andere Skalen, deshalb sollten Sie Werte nur innerhalb derselben Skala vergleichen.

Wie kann ich meinen Bonitätsindex verbessern?

Reichen Sie aktuelle Jahresabschlüsse und gegebenenfalls Zwischenzahlen bei der Auskunftei ein und zahlen Sie Lieferanten pünktlich. Lassen Sie fehlerhafte Einträge korrigieren, denn sie können den Wert erheblich verschlechtern.

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