Due Diligence

Systematische Prüfung eines Unternehmens vor Kauf, Beteiligung oder größerer Finanzierung. Sie deckt Risiken auf, die sich auf Preis, Vertrag und Finanzierung auswirken.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Due Diligence einfach erklärt

Der englische Ausdruck bedeutet „gebührende Sorgfalt“. Gemeint ist die gründliche Untersuchung eines Zielunternehmens, bevor ein Käufer oder Investor unterschreibt. Sie ist fester Bestandteil jeder Transaktion im Bereich Mergers & Acquisitions und spielt bei der Unternehmensnachfolge eine immer größere Rolle.

Geprüft wird in mehreren Bereichen: Die Financial Due Diligence analysiert Ergebnisse, Cashflows, Working Capital und Schulden und bereinigt Sondereffekte. Die Tax Due Diligence sucht steuerliche Risiken, die Legal Due Diligence Verträge, Rechtsstreitigkeiten und Genehmigungen. Je nach Branche kommen Markt, Technik, Umwelt und Personal hinzu. Die Unterlagen stellt der Verkäufer meist in einem virtuellen Datenraum bereit.

Die Ergebnisse fließen direkt in die Verhandlung ein. Findet der Käufer Risiken, senkt er den Preis, verlangt Garantien oder eine Freistellung im Kaufvertrag. Wie stark Befunde durchschlagen, hängt auch von der Struktur ab: Beim Share Deal übernimmt der Käufer die Gesellschaft mit allen Altlasten, entsprechend gründlich wird geprüft. Die Erkenntnisse sind zudem Grundlage der Unternehmensbewertung. Was in der Prüfung übersehen wird, kann der Käufer nach der Unterschrift nur noch über Garantien im Kaufvertrag geltend machen — und nur, wenn diese sauber formuliert sind.

Verkäufer können selbst eine Vendor Due Diligence in Auftrag geben. Das kostet Geld, verkürzt aber den Prozess und verhindert, dass der Käufer Schwächen erst spät findet und den Preis nachverhandelt. Für Unternehmen, die einen Verkauf in einigen Jahren planen, lohnt es sich, Verträge, Zahlen und Genehmigungen frühzeitig zu ordnen.

Beispiel aus der Praxis: Der Käufer eines Metallbaubetriebs mit 8 Mio € Umsatz einigt sich vorläufig auf 3,5 Mio € Kaufpreis. In der Financial Due Diligence zeigt sich, dass Pensionsverpflichtungen um 400.000 € zu niedrig bilanziert sind. Der Kaufpreis wird um diesen Betrag gesenkt.

Aus der Bankersperspektive

Bei einer Akquisitionsfinanzierung verlangt die Bank in der Regel die Due-Diligence-Berichte, mindestens Financial und Tax. Sie prüft, ob der Finanzierungsplan auf dem bereinigten, nachhaltigen Ergebnis beruht und nicht auf dem Wunschergebnis des Verkäufers.

Häufige Fragen zum Thema Due Diligence

Wie lange dauert eine Due Diligence?

Bei mittelständischen Transaktionen meist einige Wochen. Entscheidend ist, wie schnell vollständige und geordnete Unterlagen vorliegen.

Wer bezahlt die Due Diligence?

Jede Seite trägt ihre eigenen Berater. Der Käufer bezahlt seine Prüfung, der Verkäufer eine von ihm beauftragte Vendor Due Diligence.

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