EBITDA einfach erklärt
Die Abkürzung steht für „Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“. Man startet beim Jahresergebnis und rechnet Steuern, Zinsaufwand und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Werte wieder hinzu. Übrig bleibt, was das operative Geschäft erwirtschaftet hat — bevor Banken, Finanzamt und Investitionen ihren Anteil nehmen.
Der Vorteil: Unternehmen lassen sich vergleichen, auch wenn sie unterschiedlich finanziert sind oder gerade unterschiedlich viel investiert haben. Deshalb ist die Kennzahl Basis vieler Bewertungs- und Kreditkennzahlen. In der Unternehmensbewertung werden Kaufpreise oft als Vielfaches des EBITDA ausgedrückt. Banken setzen die Nettofinanzverschuldung ins Verhältnis zum EBITDA und messen so den Verschuldungsgrad in Jahren.
Die Grenzen sollten Sie kennen. EBITDA ist kein Cashflow: Veränderungen bei Vorräten und Forderungen, Steuerzahlungen und notwendige Ersatzinvestitionen sind nicht berücksichtigt. Ein Unternehmen mit hohem EBITDA, aber hohem Investitionsbedarf kann trotzdem knapp bei Kasse sein. Außerdem hängt die Zahl von der Finanzierungsform ab: Leasingraten mindern nach HGB das EBITDA, Abschreibungen auf gekaufte Maschinen nicht.
In der Praxis wird oft ein bereinigtes EBITDA verwendet. Dabei werden einmalige Effekte wie Abfindungen, Prozesskosten oder Gewinne aus Anlagenverkäufen herausgerechnet. Wichtig ist, dass diese Bereinigungen nachvollziehbar dokumentiert sind — sonst werden sie nicht akzeptiert.
In der BWA lässt sich die Kennzahl leicht näherungsweise ermitteln: Man nimmt das vorläufige Ergebnis vor Steuern und addiert Zinsen und Abschreibungen. Im Verhältnis zum Umsatz ergibt sich die EBITDA-Marge, die sich gut über mehrere Jahre und mit Wettbewerbern vergleichen lässt.
Aus der Bankersperspektive
Banken rechnen das EBITDA meist selbst nach und bereinigen es — auch zu Ihren Ungunsten, etwa um ein zu niedriges Geschäftsführergehalt. Liefern Sie Bereinigungen deshalb mit Belegen, statt nur eine bereinigte Zahl zu nennen.
Häufige Fragen zum Thema EBITDA
Was ist der Unterschied zwischen EBIT und EBITDA?
Das EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, aber nach Abschreibungen. Beim EBITDA werden zusätzlich die Abschreibungen hinzugerechnet.
Ist ein hohes EBITDA automatisch gut?
Nicht unbedingt. Hohe Zinslast, hoher Investitionsbedarf oder viel gebundenes Kapital in Vorräten und Forderungen können trotz gutem EBITDA zu Liquiditätsengpässen führen.
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