Amortisation einfach erklärt
Amortisation beschreibt den Moment, in dem eine Investition ihre Kosten wieder eingespielt hat. Die Amortisationsrechnung stellt dazu den Anschaffungsbetrag den jährlichen Rückflüssen gegenüber — also den zusätzlichen Einzahlungen oder eingesparten Kosten, die die Investition bringt. Teilt man die Investitionssumme durch den durchschnittlichen jährlichen Rückfluss, erhält man die Amortisationsdauer in Jahren.
Die Methode ist einfach und anschaulich und deshalb im Mittelstand weit verbreitet. Sie hat aber Schwächen: Sie berücksichtigt nicht, was nach der Amortisation passiert, und sie behandelt einen Euro in fünf Jahren wie einen Euro heute. Genauer ist eine Rechnung mit abgezinsten Zahlungen, bei der künftige Rückflüsse auf ihren Barwert umgerechnet werden.
Im Finanzierungskontext steht der Begriff auch für die Tilgung eines Darlehens: Ein Kredit amortisiert sich, wenn er planmäßig zurückgezahlt wird. Hier liegt der praktische Zusammenhang. Die Laufzeit der Finanzierung sollte zur Amortisationsdauer der Investition passen — dieser Gedanke steckt auch hinter dem Pay-as-you-earn-Prinzip. Endet der Kredit deutlich früher, belasten die Raten die Liquidität, bevor die Investition genug abwirft.
Eine kurze Amortisationsdauer gilt als Zeichen für eine risikoarme Investition, weil das Kapital schnell zurückfließt. Für strategische Investitionen mit langem Horizont, etwa in neue Märkte oder Produkte, ist sie allein aber kein gutes Entscheidungskriterium. Sinnvoll ist es, sie mit einer Rentabilitätsbetrachtung zu kombinieren: Die eine Kennzahl zeigt, wie schnell das Geld zurückfließt, die andere, wie viel die Investition über ihre gesamte Nutzungsdauer verdient.
Aus der Bankersperspektive
Kreditentscheider vergleichen die Amortisationsdauer mit der beantragten Kreditlaufzeit. Eine Investition, die sich erst nach zehn Jahren rechnet, aber in fünf Jahren abbezahlt sein soll, wirft sofort Fragen zur Kapitaldienstfähigkeit auf.
Häufige Fragen zum Thema Amortisation
Wie berechne ich die Amortisationsdauer?
Vereinfacht teilen Sie die Investitionssumme durch den durchschnittlichen jährlichen Rückfluss aus Mehrerträgen oder Einsparungen. Bei schwankenden Rückflüssen addieren Sie diese Jahr für Jahr, bis die Investitionssumme erreicht ist.
Welche Amortisationsdauer ist gut?
Das hängt von Branche und Nutzungsdauer ab. Entscheidend ist, dass sich die Investition deutlich vor Ende ihrer Nutzungsdauer amortisiert und die Finanzierungslaufzeit dazu passt.
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