Akzeptkredit einfach erklärt
Beim Akzeptkredit zieht das Unternehmen einen Wechsel auf seine Bank, und die Bank unterschreibt ihn als Bezogene — sie akzeptiert ihn. Damit verpflichtet sie sich, den Wechsel bei Fälligkeit einzulösen. Das Unternehmen kann mit diesem Bankakzept einen Lieferanten bezahlen oder es diskontieren lassen, also vor Fälligkeit mit Abschlag in Geld umtauschen.
Die Bank gibt dabei zunächst kein eigenes Geld, sondern ihren guten Namen. Man spricht deshalb von einer Kreditleihe, ähnlich wie beim Avalkredit. Vor Fälligkeit muss der Kunde den Wechselbetrag auf seinem Konto bereitstellen; für die Übernahme der Verpflichtung berechnet die Bank eine Akzeptprovision. Gelingt die Deckung nicht, löst die Bank den Wechsel trotzdem ein und hat dann eine Forderung gegen ihren Kunden.
Eng verwandt ist der Wechselkredit in Form des Diskontkredits: Dort kauft die Bank einen Wechsel an, beim Akzeptkredit steht sie selbst als Schuldnerin auf dem Papier. Im inländischen Mittelstandsgeschäft spielen Wechsel heute kaum noch eine Rolle. Kurzfristiger Finanzierungsbedarf wird meist über den Kontokorrentkredit gedeckt.
Relevant bleibt die Konstruktion im Außenhandel, etwa in Verbindung mit Dokumentenakkreditiven. Der ausländische Lieferant erhält dann die Zahlungszusage einer Bank statt eines ihm unbekannten Käufers. Für importierende Betriebe kann das Spielraum bei Zahlungszielen schaffen, für exportierende Betriebe senkt es das Ausfallrisiko. Wechsel laufen typischerweise nur wenige Monate. Wer über einen Akzeptkredit nachdenkt, sollte die Gesamtkosten aus Provision und Diskont mit einer Finanzierung über den Kontokorrent oder einen längeren Lieferantenkredit vergleichen.
Aus der Bankersperspektive
Für die Bank ist ein Akzept ein vollwertiges Kreditrisiko und wird auf die Kreditlinie angerechnet, obwohl zunächst kein Geld fließt. Sie prüft deshalb, ob das zugrundeliegende Handelsgeschäft schlüssig ist und die Deckung zum Fälligkeitstermin tatsächlich aus dem Warenumschlag kommt.
Häufige Fragen zum Thema Akzeptkredit
Gibt es Akzeptkredite heute noch?
Ja, aber selten. Im Inlandsgeschäft mittelständischer Unternehmen sind sie weitgehend durch Kontokorrent- und Betriebsmittelkredite ersetzt; im internationalen Handel kommen Bankakzepte noch vor.
Was kostet ein Akzeptkredit?
Die Bank berechnet eine Akzeptprovision für die Übernahme der Zahlungsverpflichtung. Wird der Wechsel diskontiert, kommen Diskontzinsen für die vorzeitige Auszahlung hinzu.
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