Basel III einfach erklärt
Basel III ist die Antwort der Bankenaufseher auf die Finanzkrise 2008. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht beschloss das Paket 2010; in der EU wird es seit 2014 schrittweise über die Kapitaladäquanzverordnung (CRR) und die zugehörige Richtlinie angewendet. Die Reformen bauen auf Basel II auf und schließen dessen Lücken.
Die wichtigsten Bausteine: Banken müssen mehr hartes Kernkapital vorhalten, also Eigenkapital höchster Qualität. Dazu kommen Kapitalpuffer, die in guten Zeiten aufgebaut werden. Eine Verschuldungsquote (Leverage Ratio) begrenzt die Bilanzsumme im Verhältnis zum Kernkapital, unabhängig von Risikogewichten. Zwei Liquiditätskennziffern sollen sicherstellen, dass Banken kurzfristige Abflüsse verkraften und langfristige Kredite stabil refinanzieren. Spätere Ergänzungen, oft „Basel IV“ genannt, begrenzen zusätzlich die Spielräume bankinterner Risikomodelle.
Für Mittelständler wirkt Basel III indirekt, aber spürbar. Eigenkapital ist für Banken knapp und teuer, also achten sie stärker darauf, welche Kredite wie viel davon binden. Langfristige Finanzierungen und Kredite an schwächer geratete Kunden werden dadurch tendenziell teurer oder an zusätzliche Sicherheiten geknüpft. Ein gutes Rating und werthaltige Sicherheiten senken den Kapitalbedarf der Bank — und damit oft die Kosten für das Unternehmen.
In der EU mildert ein sogenannter KMU-Faktor die Kapitalanforderungen für bestimmte Kredite an kleine und mittlere Unternehmen ab. Ergänzend gewinnen Förderkredite mit Haftungsfreistellung und Bürgschaften von Förder- und Bürgschaftsbanken an Bedeutung, weil sie das Risiko der Hausbank reduzieren und damit auch deren Eigenkapitalbedarf senken. Für Unternehmen kann das den Unterschied zwischen Zusage und Absage ausmachen.
Aus der Bankersperspektive
Unter Basel III rechnet jede Bank genau, wie viel Eigenkapital ein Kredit bindet und ob die Marge das rechtfertigt. Unternehmen, die vollständige Unterlagen liefern, Sicherheiten klar dokumentieren und ihr Rating aktiv verbessern, sind für die Bank schlicht günstiger zu finanzieren.
Häufige Fragen zum Thema Basel III
Bekommen Mittelständler wegen Basel III schwerer Kredite?
Nicht generell, aber die Bank prüft genauer, wie viel Eigenkapital ein Kredit bindet. Unternehmen mit gutem Rating und werthaltigen Sicherheiten sind davon kaum betroffen; schwächere Bonitäten spüren eher höhere Margen oder höhere Anforderungen an Sicherheiten.
Was ist Basel IV?
So wird umgangssprachlich das Reformpaket von 2017 bezeichnet, mit dem Basel III vervollständigt wurde. Es begrenzt vor allem, wie stark Banken ihre Eigenkapitalanforderungen über interne Modelle senken können, und wird in der EU schrittweise umgesetzt.
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