Dividende einfach erklärt
Bei Aktiengesellschaften heißt die Gewinnausschüttung Dividende, bei der GmbH spricht man meist von Gewinnausschüttung — gemeint ist dasselbe: Die Gesellschaft zahlt einen Teil ihres Gewinns an die Gesellschafter aus. Grundlage ist ein Beschluss über die Gewinnverwendung, den die Hauptversammlung oder die Gesellschafterversammlung nach Feststellung des Jahresabschlusses fasst.
Ausgeschüttet werden darf nur, was bilanziell zur Verfügung steht. Bei der GmbH gilt zusätzlich die Kapitalerhaltung: Eine Zahlung an Gesellschafter darf das zur Erhaltung des Stammkapitals erforderliche Vermögen nicht angreifen (§ 30 GmbHG). Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften gibt es keine Dividende; dort heißen Zahlungen an die Inhaber Entnahmen.
Neben der regulären Ausschüttung gibt es Sonderformen. Vorabausschüttungen auf den erwarteten Gewinn des laufenden Jahres sind bei der GmbH möglich, bergen aber das Risiko, dass zu viel ausgezahlt wird, wenn das Jahr schlechter endet als geplant. Und verdeckte Gewinnausschüttungen — etwa überhöhte Gehälter oder Mieten an Gesellschafter — behandelt das Finanzamt steuerlich wie Ausschüttungen.
Jede Ausschüttung senkt das Eigenkapital und die Liquidität. Behält die Gesellschaft den Gewinn dagegen ein (Thesaurierung), stärkt das die Eigenkapitalquote und ist die einfachste Form der Innenfinanzierung. Für Gesellschafter ist das ein Zielkonflikt: Sie wollen eine Rendite auf ihr Kapital, das Unternehmen braucht Substanz für Investitionen und Krisen.
Steuerlich gilt: Für Anteile im Privatvermögen fällt in der Regel Abgeltungsteuer an, für Anteile im Betriebsvermögen gelten andere Regeln. Die Gestaltung — etwa über eine Holding — gehört in die Hand des Steuerberaters. Wichtig ist außerdem, ob Kreditverträge Ausschüttungen begrenzen: Viele enthalten Covenants, die Ausschüttungen nur bei Einhaltung bestimmter Kennzahlen erlauben.
Aus der Bankersperspektive
Die Bank vergleicht Ausschüttungen mit Cashflow und Kapitaldienst. Hohe Ausschüttungen im selben Jahr, in dem eine neue Investition finanziert werden soll, passen schlecht zusammen und führen fast immer zu Rückfragen oder Auflagen.
Häufige Fragen zum Thema Dividende
Darf eine GmbH trotz laufendem Bankkredit Gewinne ausschütten?
Grundsätzlich ja, solange das Stammkapital nicht angegriffen wird und der Kreditvertrag Ausschüttungen nicht beschränkt. Prüfen Sie vorher die Auflagen in Ihren Kreditverträgen.
Was ist der Unterschied zwischen Dividende und Entnahme?
Dividenden zahlen Kapitalgesellschaften auf Basis eines Gesellschafterbeschlusses. Entnahmen tätigen Inhaber von Einzelunternehmen und Personengesellschaften, sie mindern direkt ihr Kapitalkonto.
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