Covenants

Auflagen im Kreditvertrag, mit denen sich ein Unternehmen zur Einhaltung bestimmter Kennzahlen oder Verhaltenspflichten verpflichtet. Ein Verstoß kann bis zur Kündigung des Kredits führen.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Covenants einfach erklärt

Covenants sind Nebenabreden in Kreditverträgen. Sie geben der Bank während der Laufzeit Frühwarnsignale und Eingriffsrechte, bevor es zu Zahlungsausfällen kommt. Man unterscheidet Financial Covenants, also Kennzahlen, die eingehalten werden müssen, und allgemeine Verhaltenspflichten. Verbreitet sind sie vor allem bei größeren Finanzierungen, Konsortialkrediten und Übernahmefinanzierungen, zunehmend aber auch bei mittelständischen Darlehen.

Typische Financial Covenants sind eine Mindest-Eigenkapitalquote, ein maximaler Verschuldungsgrad — oft gemessen als Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA — oder ein Mindest-Zinsdeckungsgrad. Häufig wird auch eine Schuldendienstdeckung vereinbart, die zeigt, ob der Cashflow für Zins und Tilgung reicht. Geprüft wird meist anhand des Jahresabschlusses, teils quartalsweise anhand der BWA.

Zu den allgemeinen Covenants gehören Informationspflichten, etwa die Einreichung von Abschlüssen bis zu einem festen Termin, die Negativerklärung, also das Versprechen, anderen Gläubigern keine Sicherheiten zu gewähren, Gleichrangklauseln sowie Regeln für einen Wechsel der Gesellschafter. Wird ein Covenant verletzt, darf die Bank je nach Vertrag die Marge erhöhen, zusätzliche Sicherheiten verlangen oder den Kredit kündigen. In der Praxis wird häufig ein Waiver verhandelt — ein Verzicht auf diese Rechte, meist gegen Gebühr und zusätzliche Auflagen.

Unternehmen sollten Covenants nicht nur unterschreiben, sondern laufend überwachen. Wer seine Kennzahlen in der Planung mitrechnet, erkennt einen drohenden Bruch früh und kann rechtzeitig mit der Bank sprechen. Schon bei Vertragsabschluss lohnt es sich, auf ausreichenden Abstand der Schwellenwerte zur eigenen Planung und auf klare Berechnungsdefinitionen zu achten.

Beispiel aus der Praxis: Ein Kunststoffhersteller hat sich verpflichtet, eine Eigenkapitalquote von mindestens 25 Prozent zu halten. Wegen einer großen Investition sinkt sie absehbar auf 23 Prozent. Der Geschäftsführer informiert die Bank drei Monate vor dem Bilanzstichtag, legt einen Plan zur Wiederherstellung der Quote vor und erhält einen Waiver für ein Jahr.

Aus der Bankersperspektive

Ein Covenant-Bruch ist für die Bank ein Ereignis, das sie dokumentieren und bewerten muss — meist mit Folgen für das Rating. Wer vorher kommt, mit Zahlen und Gegenmaßnahmen, wird deutlich anders behandelt als jemand, dessen Bruch die Bank selbst im Jahresabschluss entdeckt.

Häufige Fragen zum Thema Covenants

Was passiert bei einem Covenant-Bruch?

Die Bank erhält je nach Vertrag das Recht, die Konditionen anzupassen, zusätzliche Sicherheiten zu verlangen oder den Kredit zu kündigen. Häufig einigt man sich auf einen Waiver, also einen befristeten Verzicht auf diese Rechte.

Kann ich Covenants verhandeln?

Ja. Schwellenwerte, Berechnungsmethoden, Prüftermine und Heilungsmöglichkeiten sind verhandelbar. Achten Sie darauf, dass die Werte auch in einem schwächeren Jahr genug Abstand zu Ihrer Planung haben.

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