Eigenkapital

Mittel, die Eigentümer dem Unternehmen dauerhaft überlassen, zuzüglich einbehaltener Gewinne. Es haftet für Verluste und ist der wichtigste Puffer gegenüber Gläubigern.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Eigenkapital einfach erklärt

In der Bilanz steht das Eigenkapital auf der Passivseite. Es setzt sich bei Kapitalgesellschaften aus gezeichnetem Kapital (bei der GmbH das Stammkapital), Kapitalrücklage, Gewinnrücklagen, Gewinn- oder Verlustvortrag und dem Jahresergebnis zusammen. Rechnerisch ist es der Betrag, um den das Vermögen die Schulden übersteigt.

Anders als Fremdkapital hat Eigenkapital keinen festen Rückzahlungstermin und keinen Zinsanspruch. Die Eigentümer werden aus dem Gewinn bedient — und tragen dafür als Erste die Verluste. Genau deshalb ist Eigenkapital für Gläubiger so wichtig: Es ist der Puffer, der Verluste auffängt, bevor Banken und Lieferanten betroffen sind. Sind Verluste so hoch, dass das Eigenkapital aufgezehrt ist, weist die Bilanz einen „nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag“ aus — ein ernstes Warnsignal.

Banken unterscheiden zwischen bilanziellem und wirtschaftlichem Eigenkapital. Zum wirtschaftlichen Eigenkapital rechnen sie zum Beispiel Gesellschafterdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt oder Mezzanine-Kapital, wenn es langfristig und mit Nachrangigkeit ausgestattet ist. Abgezogen werden dagegen oft Forderungen gegen Gesellschafter oder selbst geschaffene immaterielle Werte.

Wie viel Eigenkapital ein Unternehmen braucht, hängt vom Geschäftsmodell ab. Wer hohe Vorleistungen erbringt, lange Projekte finanziert oder stark schwankende Umsätze hat, braucht mehr Puffer als ein Betrieb mit gleichmäßigen, schnell bezahlten Aufträgen. Eine dünne Eigenkapitaldecke verteuert Kredite und schränkt den Handlungsspielraum gerade dann ein, wenn er am dringendsten gebraucht wird.

Eigenkapital lässt sich auf mehreren Wegen stärken: durch Thesaurierung von Gewinnen, durch Einlagen der Gesellschafter, durch Aufnahme neuer Gesellschafter oder durch eigenkapitalähnliche Mittel. Gemessen wird die Ausstattung meist über die Eigenkapitalquote.

Beispiel aus der Praxis: Eine GmbH hat 25.000 € Stammkapital, 600.000 € Gewinnrücklagen und 150.000 € Jahresüberschuss — bilanziell 775.000 € Eigenkapital. Der Gesellschafter hat zusätzlich ein Darlehen über 300.000 € mit qualifiziertem Rangrücktritt gegeben. Die Bank rechnet deshalb mit einem wirtschaftlichen Eigenkapital von 1.075.000 €.

Aus der Bankersperspektive

Gesellschafterdarlehen zählt die Bank nur dann zum Eigenkapital, wenn ein schriftlicher Rangrücktritt vorliegt und das Geld für die Laufzeit des Bankkredits im Unternehmen bleibt. Klären Sie das vor dem Kreditgespräch — es kann Ihr Rating spürbar verbessern.

Häufige Fragen zum Thema Eigenkapital

Zählen Gesellschafterdarlehen zum Eigenkapital?

Bilanziell nicht, sie sind Verbindlichkeiten. Banken rechnen sie aber dem wirtschaftlichen Eigenkapital zu, wenn ein qualifizierter Rangrücktritt vereinbart ist und das Geld langfristig im Unternehmen bleibt.

Wie kann ich das Eigenkapital meiner GmbH erhöhen?

Durch das Einbehalten von Gewinnen, Einzahlungen in die Kapitalrücklage, eine Kapitalerhöhung oder neue Gesellschafter. Eigenkapitalähnlich wirken Rangrücktritte und Mezzanine-Kapital.

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