Eigenkapitalquote einfach erklärt
Die Berechnung ist einfach: Eigenkapital geteilt durch Bilanzsumme, mal 100. Eine Quote von 25 % bedeutet, dass ein Viertel des Vermögens mit eigenen Mitteln finanziert ist und drei Viertel mit Schulden. Die Kennzahl ist eine der wichtigsten Größen im Rating der Banken, weil sie zeigt, wie groß der Verlustpuffer ist.
Eine allgemeingültige „gute“ Quote gibt es nicht. Handel, Bau und Dienstleister kommen oft mit weniger Eigenkapital aus als kapitalintensive Industrie mit viel Anlagevermögen. Aussagekräftig ist deshalb der Vergleich mit der eigenen Branche und die Entwicklung über mehrere Jahre. Eine sinkende Quote fällt in der Bonitätsanalyse stärker auf als ein einzelner schwacher Wert.
Banken rechnen meist mit einer wirtschaftlichen Eigenkapitalquote. Sie zählen Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt hinzu und ziehen Posten ab, die im Ernstfall wenig wert sind, etwa Forderungen gegen Gesellschafter oder aktivierte Entwicklungskosten. Das Gegenstück zur Eigenkapitalquote ist der Verschuldungsgrad, der Schulden ins Verhältnis zum Eigenkapital setzt.
Verbessern lässt sich die Quote auf zwei Wegen: Entweder steigt das Eigenkapital — durch einbehaltene Gewinne, Einlagen oder eigenkapitalähnliche Mittel. Oder die Bilanzsumme sinkt, etwa wenn Forderungen über Factoring verkauft und mit dem Erlös Bankschulden zurückgeführt werden. Auch der Abbau überhöhter Vorräte wirkt so.
Weniger empfehlenswert ist reine Stichtagskosmetik, etwa wenn kurz vor dem Bilanzstichtag Lieferanten bezahlt und Kontokorrentlinien zurückgeführt werden, nur um danach wieder voll zu ziehen. Erfahrene Analysten erkennen solche Muster an den Kontoumsätzen und an unterjährigen Zahlen.
Aus der Bankersperspektive
Für die Bank zählt neben der Höhe vor allem der Trend: Sinkt die Quote drei Jahre in Folge, fragt sie nach den Ursachen und nach einem Plan. Legen Sie diesen Plan von sich aus vor — mit konkreten Maßnahmen wie Thesaurierung oder Rangrücktritt.
Häufige Fragen zum Thema Eigenkapitalquote
Welche Eigenkapitalquote ist gut für ein mittelständisches Unternehmen?
Eine feste Grenze gibt es nicht, die Werte unterscheiden sich stark nach Branche. Entscheidend sind der Vergleich mit ähnlichen Unternehmen und eine stabile oder steigende Entwicklung.
Kann die Eigenkapitalquote negativ sein?
Ja, wenn Verluste das Eigenkapital vollständig aufgezehrt haben. Die Bilanz weist dann einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus — ein Anlass, die Fortführungsfähigkeit sorgfältig zu prüfen.
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