Inventarkredit einfach erklärt
Ein Inventarkredit dient der Finanzierung beweglicher Gegenstände, die dauerhaft im Betrieb genutzt werden: Ladeneinrichtung, Küchen- und Praxisgeräte, Werkstattausrüstung, Büromöbel oder kleinere Maschinen. Typische Anlässe sind Gründung, Übernahme oder Modernisierung eines Betriebs. Die Laufzeit orientiert sich an der Nutzungsdauer der Gegenstände und liegt meist im mittelfristigen Bereich. Bei Gründungen und Übernahmen wird er häufig mit Förderprogrammen kombiniert, die günstigere Zinsen oder tilgungsfreie Anlaufjahre bieten.
Als Sicherheit lässt sich die Bank die finanzierten Gegenstände in der Regel sicherungsübereignen. Sie wird damit rechtlich Eigentümerin, das Unternehmen nutzt die Ausstattung aber ganz normal weiter. Das Problem: Gebrauchte Einrichtung ist oft schwer verkäuflich, gerade wenn sie auf einen bestimmten Betrieb zugeschnitten ist. Das Verwertungsrisiko ist hoch; Banken setzen solche Sicherheiten deshalb nur mit großen Abschlägen an und verlangen häufig zusätzliche Sicherheiten oder eine Bürgschaft.
Der Inventarkredit ist eine Spielart des Investitionskredits. Von der Lagerfinanzierung unterscheidet er sich deutlich: Dort geht es um Warenvorräte, die verkauft werden sollen, hier um Ausstattung, die im Betrieb bleibt. Als Alternativen kommen Leasing oder Mietkauf infrage — vor allem bei Gegenständen mit kurzer Nutzungsdauer oder raschem technischem Wandel.
Für den Kredit spricht, dass das Unternehmen Eigentümer wird, die Gegenstände selbst abschreibt und steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten nutzen kann. Dagegen spricht, dass die Bilanz länger wird und Sicherheiten gebunden sind. Wichtig ist eine Laufzeit, die nicht über die tatsächliche Nutzungsdauer hinausgeht — sonst zahlt man noch für Geräte, die längst ersetzt werden müssen.
Aus der Bankersperspektive
Die Bank bewertet Einrichtung und Geräte meist mit einem deutlichen Abschlag, weil sie im Verwertungsfall wenig einbringen. Entscheidend ist daher, ob der Betrieb die Raten aus dem laufenden Ertrag tragen kann — eine Planrechnung, die den Kapitaldienst klar abbildet, ist hier wichtiger als die Sicherheitenliste.
Häufige Fragen zum Thema Inventarkredit
Was zählt beim Inventarkredit zum Inventar?
Gemeint ist die bewegliche Betriebs- und Geschäftsausstattung: Möbel, Theken, Küchen- und Praxisgeräte, Werkzeuge oder kleinere Maschinen. Warenvorräte gehören nicht dazu, sie werden über eine Lagerfinanzierung abgedeckt.
Ist Leasing eine Alternative zum Inventarkredit?
Ja, vor allem bei Gegenständen mit kurzer Nutzungsdauer oder schnellem technischem Wandel. Beim Leasing bleibt der Gegenstand im Eigentum des Leasinggebers; beim Kredit gehört er Ihnen, ist aber in der Regel an die Bank sicherungsübereignet.
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