Leasing

Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsguts gegen regelmäßige Raten: Der Leasinggeber kauft das Objekt, das Unternehmen nutzt es, ohne den Kaufpreis selbst finanzieren zu müssen.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit

Leasing einfach erklärt

Beim Leasing sind meist drei Parteien beteiligt: Hersteller oder Händler liefern das Objekt, eine Leasinggesellschaft kauft es, und das Unternehmen nutzt es für eine vereinbarte Grundmietzeit gegen regelmäßige Raten. Typische Objekte sind Fahrzeuge, Maschinen, IT, Medizin- und Bürotechnik, aber auch Immobilien. Eigentümer bleibt der Leasinggeber; am Vertragsende wird das Objekt zurückgegeben, weitergenutzt oder gekauft — je nach Vertrag.

Beim Finanzierungsleasing trägt der Leasingnehmer das Investitionsrisiko weitgehend selbst. Bei Vollamortisationsverträgen decken die Raten während der Grundmietzeit Kaufpreis, Kosten und Marge des Leasinggebers; bei Teilamortisationsverträgen bleibt ein kalkulierter Restwert, der am Ende über Kauf, Verlängerung oder Verwertung ausgeglichen wird. Operating Leasing ist kürzer und flexibler, hier trägt der Leasinggeber mehr Risiko. Erfüllt der Vertrag bestimmte steuerliche Vorgaben — etwa zur Grundmietzeit im Verhältnis zur Nutzungsdauer —, wird das Objekt dem Leasinggeber zugerechnet. Dann taucht es nicht in der HGB-Bilanz des Leasingnehmers auf (Bilanzneutralität), und die Raten sind Betriebsausgaben.

Die Vorteile: Leasing schont Liquidität und Kreditlinien bei der Hausbank, die Raten sind planbar und lassen sich aus den Erträgen des Objekts bezahlen — das Pay-as-you-earn-Prinzip. Häufig können Service und Wartung eingeschlossen werden. Die Nachteile: Über die Laufzeit ist Leasing oft teurer als ein Kreditkauf, die Verträge sind während der Grundmietzeit in der Regel unkündbar, und bei der Gewerbesteuer wird ein Teil der Raten wieder hinzugerechnet.

Abzugrenzen ist der Mietkauf, bei dem das Eigentum am Ende automatisch übergeht und das Objekt von Anfang an beim Mieter bilanziert wird. Beim Sale-and-Lease-Back verkauft ein Unternehmen eigene Objekte an einen Leasinggeber und least sie zurück, um gebundenes Kapital freizusetzen.

Beispiel aus der Praxis: Eine Spedition braucht drei neue Sattelzugmaschinen für zusammen 450.000 €. Statt einen Kredit aufzunehmen, least sie die Fahrzeuge über 60 Monate mit kalkuliertem Restwert. Die monatlichen Raten werden aus den Frachterlösen der Fahrzeuge bezahlt, und die Kontokorrentlinie bei der Hausbank bleibt für das Tagesgeschäft frei.

Aus der Bankersperspektive

Auch wenn Leasing nicht in der Bilanz steht — die Bank rechnet die Raten in den Kapitaldienst ein und fragt nach dem gesamten Leasingobligo. Legen Sie eine Übersicht aller Leasingverträge mit Raten und Laufzeiten vor; Verpflichtungen, die erst später auffallen, kosten mehr Vertrauen als offen genannte.

Häufige Fragen zum Thema Leasing

Ist Leasing teurer als ein Kredit?

Über die gesamte Laufzeit betrachtet häufig ja, weil der Leasinggeber Marge, Verwaltung und Restwertrisiko einpreist. Dafür schont Leasing Liquidität und Kreditlinien und kann Serviceleistungen enthalten — ein Vergleich lohnt sich im Einzelfall.

Muss Leasing in der Bilanz ausgewiesen werden?

Nach HGB in der Regel nicht, wenn das Objekt nach den steuerlichen Vorgaben dem Leasinggeber zugerechnet wird; die Raten erscheinen dann als Aufwand. Wer nach IFRS bilanziert, muss die meisten Leasingverhältnisse dagegen als Nutzungsrecht und Verbindlichkeit ausweisen.

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