BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung)

Monatliche oder quartalsweise Auswertung aus der Finanzbuchhaltung mit Umsatz, Kosten und vorläufigem Ergebnis. Banken verfolgen damit die Entwicklung zwischen zwei Jahresabschlüssen.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) einfach erklärt

Die BWA entsteht aus den laufend gebuchten Belegen der Finanzbuchhaltung und wird meist vom Steuerberater erstellt. Die verbreitetste Form ist die kurzfristige Erfolgsrechnung: Sie stellt Umsatzerlöse, Material- und Wareneinsatz, Personalkosten, sonstige Kosten und das vorläufige Ergebnis für den Monat und kumuliert für das laufende Jahr dar, oft im Vergleich zum Vorjahr. Ergänzt wird sie häufig durch die Summen- und Saldenliste.

Anders als der Jahresabschluss ist die BWA nicht abgeschlossen. Typische Lücken: Abschreibungen werden erst zum Jahresende gebucht, Bestandsveränderungen bei Vorräten und unfertigen Arbeiten fehlen, Weihnachtsgeld oder Jahresversicherungen schlagen in einem einzigen Monat voll durch. Eine ungepflegte BWA kann das Ergebnis deshalb deutlich zu gut oder zu schlecht zeigen.

Aussagekräftig wird sie erst, wenn diese Effekte über das Jahr verteilt werden, etwa durch monatliche Abgrenzungen und Abschreibungspauschalen. Dann lässt sich ablesen, ob Rohertrag, Kostenstruktur und Ergebnis im Plan liegen. Ein regelmäßiger Plan-Ist-Vergleich auf BWA-Basis ist ein wirksames Steuerungsinstrument im Mittelstand, weil er Abweichungen zeigt, solange noch Zeit zum Gegensteuern ist.

Wichtig ist außerdem die Pünktlichkeit. Eine BWA, die drei Monate nach Monatsende vorliegt, taugt kaum zur Steuerung. Wer Belege zügig an die Buchhaltung gibt, erhält eine aktuelle Auswertung und erkennt Fehlentwicklungen früher — lange bevor sie in der Liquidität spürbar werden. Kurze Erläuterungen zu Ausreißern, etwa zu einem großen Auftrag oder einer Sonderzahlung, machen die Zahlen auch für Außenstehende verständlich.

Beispiel aus der Praxis: Ein Handwerksbetrieb zeigt in der BWA für März einen Gewinn von 80.000 Euro, im Dezember einen Verlust von 60.000 Euro. Der Grund: Abschreibungen, Weihnachtsgeld und die Bewertung unfertiger Aufträge werden erst zum Jahresende gebucht. Nach Einführung monatlicher Abgrenzungen verläuft das Ergebnis gleichmäßig und ist für die Bank nachvollziehbar.

Aus der Bankersperspektive

Banken verlangen die BWA mit Summen- und Saldenliste in vielen Kreditverträgen regelmäßig, oft quartalsweise. Eine BWA ohne Abschreibungen und Bestandsveränderungen korrigiert der Analyst selbst — meist vorsichtig zu Ihren Ungunsten. Liefern Sie die Abgrenzungen besser gleich mit.

Häufige Fragen zum Thema BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung)

Wie oft muss ich der Bank eine BWA schicken?

Das regelt der Kreditvertrag. Üblich sind quartalsweise oder halbjährliche Einreichungen; in Krisen- oder starken Wachstumsphasen verlangen Banken oft monatliche Zahlen.

Warum weicht meine BWA so stark vom Jahresabschluss ab?

Meist fehlen in der BWA Abschreibungen, Bestandsveränderungen, Rückstellungen und Abgrenzungen, die erst im Jahresabschluss gebucht werden. Mit monatlichen Pauschalen lässt sich die Abweichung deutlich verringern.

MC
Masko Consulting Betriebswirtschaftliche Beratung für den Mittelstand

Wir begleiten mittelständische Unternehmen bei Finanzierung, Liquidität und Wachstum — aus der Bankersperspektive. Wir bereiten Ihre Zahlen so auf, wie ein Kreditentscheider sie lesen will, bevor es die Bank tut.

Nächster Schritt

Begriffe verstanden — und jetzt die eigenen Zahlen?

Im Erstgespräch ordnen wir Ihre Lage ein und sagen Ihnen, was ein Kreditentscheider daraus lesen würde — unverbindlich und ohne Verkaufsgespräch.

Kostenfreies Erstgespräch