Summen- und Saldenliste

Aufstellung aller Konten der Buchhaltung mit Anfangsbestand, Soll- und Habenbuchungen sowie aktuellem Saldo. Sie zeigt im Detail, was hinter BWA und Jahresabschluss steckt.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Summen- und Saldenliste einfach erklärt

Die Summen- und Saldenliste, kurz SuSa, ist eine Standardauswertung der Finanzbuchhaltung. Für jedes Sachkonto zeigt sie den Eröffnungsbestand zu Jahresbeginn, die Summe der Soll- und Habenbuchungen im Monat und seit Jahresbeginn sowie den daraus resultierenden Saldo. Daneben gibt es Saldenlisten für die Personenkonten, also für Kunden (Debitoren) und Lieferanten (Kreditoren).

Die SuSa ist das Bindeglied zwischen den einzelnen Buchungen und den verdichteten Auswertungen. Die BWA fasst Konten zu wenigen Zeilen zusammen, Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ebenfalls. Wer wissen will, was hinter einer auffälligen Zahl steckt, findet die Antwort in der Saldenliste. Steuerberater nutzen sie zur Abstimmung vor dem Jahresabschluss: Stimmen die Bankkonten mit den Kontoauszügen überein? Sind die Umsatzsteuerkonten plausibel? Gibt es Verrechnungskonten, die sich nicht ausgleichen?

Für Unternehmer lohnt sich ein regelmäßiger Blick, auch ohne Buchhaltungsausbildung. Auffällig sind Konten mit ungewöhnlichem Vorzeichen, hohe Salden auf Durchgangs- oder Verrechnungskonten, ein stark wachsendes Gesellschafterverrechnungskonto oder fehlende Monatsbuchungen, etwa für Abschreibungen. Solche Punkte verzerren das unterjährige Ergebnis — meist zu positiv.

Banken fordern die SuSa häufig zusammen mit der BWA an, besonders bei größeren Krediten oder wenn die BWA Fragen aufwirft. Sie dient dann als Detailnachweis für die unterjährige Entwicklung. Wer sie vor dem Versand selbst durchsieht und Auffälligkeiten kurz kommentiert, beantwortet die wichtigsten Rückfragen, bevor sie gestellt werden.

Beispiel aus der Praxis: Die BWA eines Fensterbauers zeigt im Oktober einen Gewinn von 180.000 Euro seit Jahresbeginn. In der Summen- und Saldenliste fällt auf, dass auf dem Konto Bestandsveränderungen eine Erhöhung von 120.000 Euro gebucht wurde, die auf einer groben Schätzung beruht. Ohne diese Buchung läge das Ergebnis bei nur 60.000 Euro — genau danach fragt die Bank im nächsten Gespräch.

Aus der Bankersperspektive

Kreditentscheider nutzen die Summen- und Saldenliste, um die Qualität der BWA zu prüfen: Werden Abschreibungen, Abgrenzungen und Bestände monatlich gebucht oder erst zum Jahresende? Hohe ungeklärte Salden auf Verrechnungskonten oder ein ständig wachsendes Gesellschafterverrechnungskonto führen zu Rückfragen und kosten Vertrauen.

Häufige Fragen zum Thema Summen- und Saldenliste

Was ist der Unterschied zwischen BWA und Summen- und Saldenliste?

Die BWA fasst die Buchhaltung zu wenigen Zeilen und Kennzahlen zusammen. Die Summen- und Saldenliste zeigt jedes einzelne Konto mit Buchungssummen und Saldo und ist damit die Detailgrundlage der BWA.

Warum will meine Bank die Summen- und Saldenliste sehen?

Weil sie damit prüfen kann, ob die Zahlen der BWA vollständig und plausibel sind. Vor allem Abgrenzungen, Bestandsbuchungen und Verrechnungskonten lassen sich nur in der Saldenliste erkennen.

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