Plan-Ist-Vergleich einfach erklärt
Beim Plan-Ist-Vergleich werden die Zahlen aus der Unternehmensplanung regelmäßig den tatsächlichen Ergebnissen gegenübergestellt — meist monatlich auf Basis der BWA. Für jede Position ergibt sich eine absolute und eine prozentuale Abweichung. Entscheidend ist nicht die Abweichung selbst, sondern ihre Erklärung: Erst wer weiß, warum eine Zahl abweicht, kann sinnvoll reagieren. In vielen Unternehmen genügt dafür zunächst eine einfache Tabelle neben der BWA.
Abweichungen lassen sich in Ursachen zerlegen: Hat sich die Menge verändert, der Preis oder die Kostenstruktur? Liegt nur eine zeitliche Verschiebung vor — etwa ein Auftrag, der statt im März erst im April abgerechnet wird — oder eine dauerhafte Entwicklung? Hilfreich ist auch ein kumulierter Vergleich seit Jahresbeginn, weil sich zeitliche Verschiebungen darin ausgleichen und echte Trends deutlicher hervortreten.
Neben der Erfolgsplanung lohnt der Vergleich auch für die Liquiditätsplanung und für einzelne Investitionsvorhaben. Wer regelmäßig vergleicht, verbessert zudem seine Planungsqualität: Systematische Fehleinschätzungen — zu optimistische Umsätze, unterschätzte Kosten, zu kurze Zahlungsziele — werden sichtbar und lassen sich in der nächsten Planung korrigieren. So entsteht mit der Zeit eine Planung, auf die sich Geschäftsführung und Geldgeber verlassen können.
Für Unternehmen mit Bankkrediten hat der Plan-Ist-Vergleich eine zusätzliche Bedeutung. Viele Kreditverträge enthalten Berichtspflichten oder Covenants, deren Einhaltung anhand aktueller Zahlen nachgewiesen werden muss. In Sanierungssituationen ist der laufende Abgleich mit der Planung aus dem Sanierungsgutachten häufig Voraussetzung dafür, dass Banken ihre Linien stehen lassen.
Aus der Bankersperspektive
Banken schätzen Unternehmer, die Abweichungen selbst erklären, bevor danach gefragt wird. Ein kurzer Kommentar zur BWA mit Plan-Ist-Vergleich und Gegenmaßnahmen stärkt im Rating die qualitative Bewertung des Managements.
Häufige Fragen zum Thema Plan-Ist-Vergleich
Wie oft sollte man einen Plan-Ist-Vergleich machen?
In den meisten Unternehmen monatlich, sobald die BWA vorliegt. Für die Liquidität kann ein wöchentlicher Abgleich sinnvoll sein, vor allem in angespannten Phasen.
Ab welcher Abweichung muss man reagieren?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Viele Unternehmen legen Schwellen fest, etwa 5 bis 10 % oder einen festen Eurobetrag, ab denen eine Ursachenanalyse Pflicht ist.
Wir begleiten mittelständische Unternehmen bei Finanzierung, Liquidität und Wachstum — aus der Bankersperspektive. Wir bereiten Ihre Zahlen so auf, wie ein Kreditentscheider sie lesen will, bevor es die Bank tut.