Festzinsdarlehen

Kredit, dessen Zinssatz für eine vereinbarte Zinsbindungsfrist unverändert bleibt. Bietet Planungssicherheit, schränkt aber die Flexibilität bei vorzeitiger Rückzahlung ein.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Festzinsdarlehen einfach erklärt

Beim Festzinsdarlehen vereinbaren Bank und Unternehmen einen festen Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum, die Zinsbindung. Steigt das Marktzinsniveau in dieser Zeit, zahlt das Unternehmen weiter den vereinbarten Satz; sinkt es, profitiert es nicht davon. Die Zinsbindung kann der gesamten Laufzeit entsprechen oder kürzer sein. Getilgt wird häufig in gleichbleibenden Raten wie beim Annuitätendarlehen oder mit festen Tilgungsbeträgen.

Der große Vorteil ist die Planbarkeit. Zins und Tilgung stehen über Jahre fest und lassen sich exakt im Finanzplan abbilden. Für langfristige Investitionen wie Immobilien oder Maschinen ist das meist die passende Form. Das Gegenmodell ist das variabel verzinste Roll-over-Darlehen, dessen Zins regelmäßig an einen Referenzzins angepasst wird.

Der Nachteil liegt in der eingeschränkten Flexibilität. Die Bank refinanziert sich für die Zinsbindung fristengleich. Will der Kreditnehmer vorher zurückzahlen, etwa weil er den Betrieb verkauft, verlangt sie eine Vorfälligkeitsentschädigung für den entgangenen Zinsgewinn. Ein Recht auf vorzeitige Rückzahlung besteht nur, wenn es vertraglich vereinbart wurde oder gesetzlich vorgesehen ist. Zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung kann jedes Festzinsdarlehen mit sechs Monaten Frist gekündigt werden (§ 489 BGB). Sondertilgungsrechte sollten deshalb von Anfang an verhandelt werden.

Ist die Zinsbindung kürzer als die Laufzeit, bleibt am Ende eine Restschuld, für die eine Anschlussfinanzierung nötig ist. Dann gilt das Zinsniveau dieses Zeitpunkts. Bei längerem Planungshorizont lohnt es sich, frühzeitig über die Verlängerung zu sprechen.

Beispiel aus der Praxis: Eine Spedition finanziert eine Halle über 1,5 Mio € mit 20 Jahren Laufzeit, gleichmäßiger Tilgung und zehn Jahren Zinsbindung. Nach zehn Jahren sind noch 750.000 € offen. Für diesen Betrag braucht sie eine Anschlussfinanzierung zum dann gültigen Zins.

Aus der Bankersperspektive

Die Bank achtet darauf, dass Zinsbindung und Laufzeit zur Nutzungsdauer des finanzierten Objekts passen. Wenn ein Verkauf oder eine Nachfolge absehbar ist, sollten Sie das offen ansprechen und Sondertilgungsrechte vereinbaren — sonst wird der Ausstieg teuer.

Häufige Fragen zum Thema Festzinsdarlehen

Kann ich ein Festzinsdarlehen vorzeitig zurückzahlen?

Nur, wenn der Vertrag Sondertilgungen erlaubt oder die Bank zustimmt — meist gegen Vorfälligkeitsentschädigung. Zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung ist eine Kündigung mit sechs Monaten Frist gesetzlich immer möglich.

Was ist besser für Unternehmen: fester oder variabler Zins?

Für langfristige Investitionen bietet der feste Zins mehr Sicherheit. Variable Zinsen sind flexibler und eignen sich eher für kurzfristige oder bald zurückzuzahlende Finanzierungen.

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