Fälligkeit

Zeitpunkt, ab dem ein Gläubiger die Zahlung verlangen kann und der Schuldner leisten muss. Ab der Fälligkeit beginnen die Fristen für Verzug und Verzugszinsen.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Fälligkeit einfach erklärt

Eine Forderung ist fällig, sobald der Gläubiger die Leistung verlangen darf. Haben die Parteien keinen Termin vereinbart, ist eine Zahlung nach dem BGB sofort fällig. In der Praxis legen Rechnungen meist ein Zahlungsziel fest, etwa „zahlbar innerhalb von 30 Tagen“. Dann tritt die Fälligkeit mit Ablauf dieser Frist ein.

Fälligkeit ist nicht dasselbe wie Verzug. Zahlt der Kunde bei Fälligkeit nicht, gerät er in Verzug, wenn er gemahnt wurde oder ein kalendermäßig bestimmbarer Termin verstrichen ist. Bei Geldforderungen kommt der Schuldner spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Verzug; gegenüber Verbrauchern nur, wenn die Rechnung darauf hinweist. Zwischen Unternehmen betragen die gesetzlichen Verzugszinsen 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, dazu kommt eine Pauschale von 40 €.

Für die Liquiditätsplanung ist die Fälligkeit die zentrale Größe. Entscheidend ist nicht, wann eine Rechnung geschrieben wird, sondern wann Geld fließt — oder fließen muss. Eine Fälligkeitenliste aller Zahlungsausgänge (Löhne, Steuern, Sozialabgaben, Tilgungen, Lieferanten) gehört zur Grundausstattung jeder Finanzsteuerung. Ein früheres Zahlen innerhalb der Skontofrist kann sich lohnen, wenn genug Liquidität vorhanden ist.

Insolvenzrechtlich ist der Begriff ebenfalls zentral: Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn ein Unternehmen nicht in der Lage ist, seine fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Wer absehbar nicht zahlen kann, sollte vor dem Fälligkeitstermin mit dem Gläubiger sprechen. Eine vereinbarte Stundung schiebt die Fälligkeit hinaus — und ist etwas anderes als stillschweigendes Nichtzahlen.

Beispiel aus der Praxis: Ein Bauunternehmen muss am 30. Juni Löhne von 120.000 € und Lieferantenrechnungen von 80.000 € bezahlen. Die Schlusszahlung eines Kunden über 250.000 € kommt erst am 10. Juli. Für zehn Tage entsteht eine Lücke von 200.000 €, die über die Kontokorrentlinie oder eine Stundungsabsprache überbrückt werden muss.

Aus der Bankersperspektive

Die Bank liest an der Kontoführung ab, ob Fälligkeiten eingehalten werden: Rücklastschriften und verspätete Zahlungen an Finanzamt oder Sozialversicherung sind deutliche Warnsignale. Eine gepflegte Fälligkeitenliste zeigt dagegen, dass Sie Ihre Liquidität im Griff haben.

Häufige Fragen zum Thema Fälligkeit

Wann ist eine Rechnung fällig, wenn kein Zahlungsziel angegeben ist?

Grundsätzlich sofort. In Verzug kommt der Kunde aber erst nach einer Mahnung oder spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung.

Welche Verzugszinsen darf ich von Geschäftskunden verlangen?

Gesetzlich 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Zusätzlich steht Ihnen eine Verzugspauschale von 40 € je Forderung zu.

MC
Masko Consulting Betriebswirtschaftliche Beratung für den Mittelstand

Wir begleiten mittelständische Unternehmen bei Finanzierung, Liquidität und Wachstum — aus der Bankersperspektive. Wir bereiten Ihre Zahlen so auf, wie ein Kreditentscheider sie lesen will, bevor es die Bank tut.

Nächster Schritt

Begriffe verstanden — und jetzt die eigenen Zahlen?

Im Erstgespräch ordnen wir Ihre Lage ein und sagen Ihnen, was ein Kreditentscheider daraus lesen würde — unverbindlich und ohne Verkaufsgespräch.

Kostenfreies Erstgespräch