Annuitätendarlehen

Darlehen mit gleichbleibender Rate aus Zins und Tilgung über die vereinbarte Zinsbindung. Der Zinsanteil sinkt mit jeder Zahlung, der Tilgungsanteil steigt entsprechend.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Annuitätendarlehen einfach erklärt

Beim Annuitätendarlehen zahlt der Kreditnehmer in regelmäßigen Abständen eine feste Rate, die Annuität. Sie setzt sich aus Zins und Tilgung zusammen. Weil die Restschuld mit jeder Zahlung sinkt, fallen auf sie immer weniger Zinsen an — bei gleicher Rate wächst damit der Tilgungsanteil. Am Anfang zahlen Sie also überwiegend Zinsen, gegen Ende überwiegend Tilgung.

Die Höhe der Rate ergibt sich aus Darlehensbetrag, Zinssatz und anfänglichem Tilgungssatz. Häufig wird der Zins für einen Teil der Laufzeit festgeschrieben; ist die Zinsbindung kürzer als die Gesamtlaufzeit, braucht es danach eine Anschlussfinanzierung zu den dann gültigen Konditionen. Das Annuitätendarlehen ist damit meist ein Festzinsdarlehen mit eingebauter Tilgung.

Abzugrenzen ist es vom Tilgungsdarlehen, bei dem die Tilgung gleich bleibt und die Rate durch sinkende Zinsen kleiner wird, sowie vom endfälligen Darlehen, das erst am Ende auf einmal zurückgezahlt wird. Der große Vorteil der Annuität ist die Planbarkeit: Die Belastung steht fest und lässt sich sauber in die Liquiditätsplanung übernehmen.

Nachteil: Die Restschuld sinkt anfangs langsam. Wer flexibel bleiben will, sollte auf Sondertilgungsrechte und einen möglichen Wechsel des Tilgungssatzes achten. Bei gewerblichen Krediten, vor allem bei Förderdarlehen, sind tilgungsfreie Anlaufjahre verbreitet, damit eine Investition erst Erträge bringt, bevor die Tilgung beginnt. Bei der Wahl des Tilgungssatzes gilt: Je höher die Tilgung, desto schneller sinkt die Restschuld und desto kleiner ist das Zinsänderungsrisiko bei der Anschlussfinanzierung — dafür steigt die laufende Belastung.

Beispiel aus der Praxis: Ein Logistikbetrieb finanziert eine Lagerhalle mit 800.000 Euro über ein Annuitätendarlehen. Bei angenommenen 5 Prozent Zins und 5 Prozent anfänglicher Tilgung beträgt die Annuität 80.000 Euro im Jahr. Im ersten Jahr entfallen davon rund 40.000 Euro auf Zinsen, einige Jahre später ist der Tilgungsanteil deutlich höher.

Aus der Bankersperspektive

Die Bank rechnet die jährliche Annuität gegen den nachhaltigen Cashflow — die Rate muss auch in einem schwächeren Jahr tragbar sein. Eine Tilgungsdauer, die zur Nutzungsdauer des finanzierten Objekts passt, wird deutlich positiver bewertet als eine Rate, die nur durch minimale Tilgung niedrig gerechnet ist.

Häufige Fragen zum Thema Annuitätendarlehen

Was ist der Unterschied zwischen Annuitätendarlehen und Tilgungsdarlehen?

Beim Annuitätendarlehen bleibt die Rate gleich, und der Tilgungsanteil steigt. Beim Tilgungsdarlehen bleibt die Tilgung gleich, sodass die Rate mit sinkenden Zinsen von Jahr zu Jahr kleiner wird.

Kann ich ein Annuitätendarlehen vorzeitig zurückzahlen?

Während der Zinsbindung nur, wenn Sondertilgungen vereinbart sind oder die Bank zustimmt; sonst verlangt sie meist eine Vorfälligkeitsentschädigung. Gesetzliche Kündigungsrechte bestehen unter anderem zum Ende der Zinsbindung und zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung.

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