Kreditinstitut einfach erklärt
Nach dem Kreditwesengesetz (§ 1 KWG) sind Kreditinstitute Unternehmen, die Bankgeschäfte gewerbsmäßig oder in einem Umfang betreiben, der einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Zu den Bankgeschäften zählen unter anderem das Einlagengeschäft, das Kreditgeschäft, das Depotgeschäft und das Garantiegeschäft, also etwa die Übernahme von Bürgschaften. Wer solche Geschäfte betreibt, braucht eine Erlaubnis und steht unter Aufsicht der BaFin und der Deutschen Bundesbank; bedeutende Banken werden direkt von der EZB beaufsichtigt.
Der deutsche Bankenmarkt ruht traditionell auf drei Säulen: private Geschäftsbanken, öffentlich-rechtliche Institute wie Sparkassen und Landesbanken sowie Genossenschaftsbanken. Hinzu kommen Förderbanken des Bundes und der Länder, die Förderkredite meist über die Geschäftsbanken ausreichen, und Spezialinstitute etwa für Immobilien- oder Absatzfinanzierung. Jede Gruppe hat eigene Schwerpunkte, Entscheidungswege und Risikoneigungen.
Nicht jeder Finanzierer ist ein Kreditinstitut. Leasing- und Factoringgesellschaften gelten als Finanzdienstleistungsinstitute: Sie werden ebenfalls beaufsichtigt, dürfen aber keine Einlagen annehmen. Online-Kreditplattformen vermitteln häufig nur; der eigentliche Kredit kommt von einer Partnerbank. Für Unternehmen ist das relevant, weil Konditionen, Prüfprozesse und Sicherheitenanforderungen sich je nach Anbieter deutlich unterscheiden.
Wie Kreditinstitute Kredite vergeben, ist stark reguliert. Nach den Regeln von Basel III müssen sie jeden Kredit abhängig von seinem Risiko mit Eigenkapital unterlegen. Ein schlechteres Rating bedeutet mehr gebundenes Eigenkapital — und damit höhere Zinsen oder höhere Anforderungen an Sicherheiten. Das erklärt, warum die Hausbank so großen Wert auf aktuelle Zahlen und eine nachvollziehbare Planung legt.
Aus der Bankersperspektive
Jedes Kreditinstitut muss Kredite nach seinen eigenen Risikomodellen bewerten und mit Eigenkapital unterlegen — deshalb hängen Zinsaufschlag und Kreditbereitschaft so eng an Ihrem Rating. Weil Institute unterschiedliche Branchenschwerpunkte und Risikoneigungen haben, bedeutet ein Nein bei einer Bank nicht automatisch ein Nein bei allen.
Häufige Fragen zum Thema Kreditinstitut
Ist jedes Kreditinstitut eine Bank?
Im allgemeinen Sprachgebrauch ja: Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Förderbanken sind Kreditinstitute. Rechtlich entscheidend ist, dass Bankgeschäfte im Sinne des Kreditwesengesetzes betrieben werden und eine Erlaubnis der Aufsicht vorliegt.
Sind Leasing- und Factoringgesellschaften Kreditinstitute?
Nein, sie gelten als Finanzdienstleistungsinstitute. Sie stehen ebenfalls unter Aufsicht, dürfen aber keine Einlagen annehmen und unterliegen weniger umfangreichen Anforderungen als Banken.
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