Liquiditätsplanung einfach erklärt
Die Liquiditätsplanung beantwortet eine einfache Frage: Reicht das Geld in den nächsten Wochen und Monaten? Ausgehend vom aktuellen Kontostand werden dazu alle erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen den Perioden zugeordnet, in denen sie anfallen — Kundenzahlungen, Löhne, Miete, Lieferanten, Steuern, Zins und Tilgung. Am Ende jeder Periode steht der voraussichtliche Bestand einschließlich freier Kreditlinien.
Wichtig ist der Unterschied zur Erfolgsrechnung: Geplant wird nach Zahlungszeitpunkt, nicht nach Leistungszeitpunkt. Eine im März gestellte Rechnung mit 60 Tagen Ziel wird erst im Mai zu Liquidität. Abschreibungen tauchen gar nicht auf, Tilgungen und Umsatzsteuerzahlungen dagegen schon. Genau hier unterscheidet sich der Plan von der BWA. Auch Investitionen erscheinen mit ihrem vollen Zahlungsbetrag in dem Monat, in dem die Rechnung beglichen wird, und nicht verteilt über die Nutzungsdauer.
Bewährt hat sich ein zweistufiges Vorgehen: eine kurzfristige Planung auf Wochenbasis für die nächsten 13 Wochen und eine Monatsplanung für 12 bis 24 Monate, abgeleitet aus dem Finanzplan. Beide werden rollierend fortgeschrieben, also regelmäßig mit den Ist-Zahlen abgeglichen und nach vorn verlängert. Szenarien — etwa ein Großkunde zahlt drei Wochen später — machen Risiken sichtbar, bevor sie eintreten.
In der Krise ist die Liquiditätsplanung Pflichtinstrument. Sie bildet die Grundlage der Fortführungsprognose und belegt, dass die Geschäftsführung die Zahlungsfähigkeit laufend überwacht hat. Auch im Bankgespräch über neue Linien oder eine Stundung ist sie meist das erste Dokument, das verlangt wird. Gute Pläne sind dabei nicht perfekt, sondern ehrlich: Sie beruhen auf vorsichtigen Annahmen und werden angepasst, sobald sich die Lage ändert.
Aus der Bankersperspektive
Banken erkennen schnell, ob ein Liquiditätsplan aus dem Rechnungswesen entwickelt oder für den Termin geschätzt wurde. Überzeugend ist ein Plan, der zur BWA und zu den Kontoumsätzen passt und dessen Abweichungen zum Vormonat sich erklären lassen.
Häufige Fragen zum Thema Liquiditätsplanung
Wie oft sollte man den Liquiditätsplan aktualisieren?
Für den kurzfristigen Teil empfiehlt sich eine wöchentliche Aktualisierung, für die Monatsplanung mindestens einmal im Monat. In angespannten Phasen kann auch ein täglicher Abgleich sinnvoll sein.
Welche Positionen werden im Liquiditätsplan oft vergessen?
Typisch sind Umsatzsteuer-Zahllasten, Steuervorauszahlungen, Versicherungsbeiträge, Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Tilgungen. Auch Privatentnahmen der Inhaber gehören in den Plan.
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