Abschreibung einfach erklärt
Kauft ein Unternehmen eine Maschine, einen Transporter oder eine Software, wird der Kaufpreis nicht im Anschaffungsjahr komplett als Aufwand gebucht. Stattdessen werden die Anschaffungskosten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt. Steuerlich heißt das Absetzung für Abnutzung (AfA); die Nutzungsdauern orientieren sich an den amtlichen AfA-Tabellen.
Üblich ist die lineare Abschreibung mit gleichen Beträgen in jedem Jahr. Daneben gibt es — je nach Rechtslage und Zeitraum — degressive Methoden mit höheren Beträgen am Anfang sowie Sonderregeln für geringwertige Wirtschaftsgüter. Neben dieser planmäßigen Abschreibung kennt das Handelsrecht außerplanmäßige Abschreibungen, wenn ein Vermögensgegenstand dauerhaft an Wert verliert, etwa durch Beschädigung oder technische Überalterung.
Für die Liquidität ist ein Punkt wichtig: Abschreibungen sind Aufwand, aber keine Auszahlung. Das Geld ist beim Kauf abgeflossen oder fließt über die Kreditraten ab. Deshalb werden Abschreibungen bei der Ermittlung des Cashflows wieder zum Ergebnis addiert, und Kennzahlen wie das EBITDA klammern sie bewusst aus.
Im Idealfall verdient ein Unternehmen seine Abschreibungen über die Preise zurück und kann so Ersatzinvestitionen finanzieren. Wer Anlagen weit über ihre Abschreibungsdauer hinaus nutzt, ohne zu reinvestieren, schiebt Kosten in die Zukunft. Mit dem Investitionsabzugsbetrag lässt sich ein Teil des späteren Aufwands steuerlich schon vor der Anschaffung geltend machen.
Ein Blick auf das Verhältnis von Abschreibungen zu Neuinvestitionen lohnt sich. Schrumpft das Anlagevermögen über Jahre, weil weniger investiert als abgeschrieben wird, ist der Maschinenpark womöglich überaltert. Das kann später einen Investitionsstau auslösen, der dann auf einen Schlag finanziert werden muss.
Aus der Bankersperspektive
Banken rechnen Abschreibungen zum Ergebnis hinzu, um die Kapitaldienstfähigkeit zu beurteilen, prüfen aber auch, ob sie in etwa den nötigen Ersatzinvestitionen entsprechen. Ein Betrieb, der dauerhaft deutlich weniger investiert als er abschreibt, lebt von der Substanz.
Häufige Fragen zum Thema Abschreibung
Ist Abschreibung echtes Geld?
Nein. Abschreibung ist ein Aufwand, der den Gewinn und damit die Steuerlast mindert, aber im jeweiligen Jahr kein Geld kostet. Der Abfluss erfolgt beim Kauf oder über die Finanzierungsraten.
Wie lange wird eine Maschine abgeschrieben?
Maßgeblich ist die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Steuerlich orientieren sich Unternehmen an den AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums; Abweichungen sind möglich, müssen aber begründet werden.
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