Valuta einfach erklärt
Auf jedem Kontoauszug stehen zwei Daten: der Buchungstag, an dem die Bank den Vorgang erfasst, und die Valuta, also die Wertstellung. Maßgeblich für die Zinsberechnung ist die Valuta. Bei einem Kontokorrentkredit entscheidet sie, an welchen Tagen das Konto im Soll steht, ob die Kreditlinie überschritten wird und wie viele Überziehungszinsen anfallen.
Früher nutzten Banken Wertstellungsfristen, um zusätzlich zu verdienen: Gutschriften wurden erst Tage später wertgestellt, Belastungen sofort. Für Überweisungen und Lastschriften im Euroraum ist das heute gesetzlich geregelt. Nach dem BGB muss ein Zahlungseingang spätestens an dem Geschäftstag wertgestellt werden, an dem er bei der Bank eingeht, und eine Belastung darf nicht vor dem Zeitpunkt wertgestellt werden, an dem das Geld das Konto tatsächlich verlässt.
Für die Finanzdisposition bleibt die Valuta trotzdem wichtig. Zwischen der Zahlungsfreigabe beim Kunden und dem Eingang auf Ihrem Konto vergehen je nach Zahlungsweg, Feiertagen und Wochenenden ein bis mehrere Tage. Wer große Ausgänge wie Löhne, Steuern oder Lieferantenzahlungen auf einen bestimmten Tag legt, sollte mit den Valutadaten der erwarteten Eingänge planen, nicht mit dem Fälligkeitsdatum auf der Rechnung. Echtzeitüberweisungen verkürzen diese Lücke, werden aber nicht von jedem Zahlungspartner genutzt.
Im Devisenhandel bezeichnet Valuta außerdem den Erfüllungstag eines Geschäfts, und umgangssprachlich wird das Wort auch für ausländische Währung verwendet. Im Unternehmensalltag ist aber meist die Wertstellung auf dem Geschäftskonto gemeint.
Aus der Bankersperspektive
Banken werten das Kontoverhalten systematisch aus, auch kurze Überziehungen der Linie fließen ins Rating ein. Wer seine Zahlungsausgänge an den Valutadaten der Eingänge ausrichtet oder einen Puffer in der Linie vorhält, vermeidet Negativsignale, die mit der eigentlichen Ertragslage nichts zu tun haben.
Häufige Fragen zum Thema Valuta
Was ist der Unterschied zwischen Buchungstag und Valuta?
Der Buchungstag ist das Datum, an dem die Bank den Vorgang erfasst. Die Valuta ist das Datum, ab dem der Betrag für die Zinsberechnung zählt.
Darf die Bank Gutschriften später wertstellen?
Bei Überweisungen und Lastschriften im Euroraum nicht: Der Betrag muss spätestens an dem Geschäftstag wertgestellt werden, an dem er bei Ihrer Bank eingeht. Abweichungen sollten Sie bei der Bank reklamieren.
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