Skonto

Preisnachlass für schnelles Bezahlen: Der Käufer darf einen festen Prozentsatz vom Rechnungsbetrag abziehen, wenn er innerhalb einer vereinbarten kurzen Frist zahlt.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Skonto einfach erklärt

Skonto ist ein Anreiz für zügige Zahlung. Eine typische Zahlungsbedingung lautet: „Zahlbar innerhalb von 10 Tagen mit 2 % Skonto, innerhalb von 30 Tagen netto.“ Wer früh zahlt, spart den Skontobetrag. Wer das volle Zahlungsziel nutzt, nimmt faktisch einen Lieferantenkredit in Anspruch — und bezahlt ihn mit dem entgangenen Nachlass.

Dieser Kredit ist teuer. Verzichtet ein Käufer auf 2 % Skonto, um 20 Tage später zu zahlen, entspricht das umgerechnet einem Jahreszins von rund 36 %. Die Faustformel: Skontosatz mal 360, geteilt durch die Differenz zwischen Zahlungsziel und Skontofrist. Selbst ein Kontokorrentkredit ist in aller Regel deutlich günstiger. Es lohnt sich deshalb fast immer, Rechnungen mit Skonto zu bezahlen — notfalls über die Kreditlinie.

Buchhalterisch mindert ein in Anspruch genommener Skonto beim Käufer die Anschaffungskosten der Ware, beim Verkäufer den Umsatzerlös. Die Umsatzsteuer wird auf beiden Seiten entsprechend korrigiert. Organisatorisch lohnt es sich, Skontofristen schon beim Rechnungseingang zu erfassen — sonst geht der Nachlass oft nur deshalb verloren, weil die Freigabe im Haus zu lange dauert.

Für die Steuerung der Liquidität ist Skonto ein zweischneidiges Instrument. Auf der Einkaufsseite verbessert konsequentes Skontieren die Marge spürbar. Auf der Verkaufsseite kann es den Zahlungseingang beschleunigen, kostet aber Ertrag. Ob Sie Ihren Kunden Skonto gewähren, sollten Sie deshalb mit Ihren eigenen Finanzierungskosten vergleichen. Und: Wer Skonto abzieht, obwohl die Frist abgelaufen ist, riskiert Nachforderungen und Ärger mit dem Lieferanten.

Beispiel aus der Praxis: Ein Elektroinstallateur kauft monatlich Material für 50.000 Euro ein, mit 2 % Skonto bei Zahlung in 10 Tagen oder netto in 30 Tagen. Nutzt er den Skonto, spart er 1.000 Euro im Monat. Finanziert er die 20 Tage über sein Kontokorrent zu angenommenen 10 % Zinsen, kostet ihn das rund 270 Euro — unterm Strich bleiben über 700 Euro Vorteil, im Jahr mehr als 8.000 Euro.

Aus der Bankersperspektive

Banken lesen am Zahlungsverhalten gegenüber Lieferanten ab, wie es um die Liquidität steht. Wer früher skontiert hat und plötzlich nur noch das volle Zahlungsziel nutzt oder es überschreitet, sendet ein Warnsignal — Auskunfteien erfassen solche Veränderungen im Zahlungsverhalten.

Häufige Fragen zum Thema Skonto

Wie rechne ich aus, ob sich Skonto lohnt?

Rechnen Sie den Skontosatz in einen Jahreszins um: Skontosatz mal 360, geteilt durch die Tage zwischen Skontofrist und Zahlungsziel. Liegt das Ergebnis über Ihrem Kreditzins, lohnt sich das Skontieren.

Darf ich Skonto abziehen, wenn die Frist knapp überschritten ist?

Nein, ein Anspruch besteht nur bei Zahlung innerhalb der vereinbarten Frist. Ob der Lieferant einen verspäteten Abzug akzeptiert, ist reine Kulanz.

MC
Masko Consulting Betriebswirtschaftliche Beratung für den Mittelstand

Wir begleiten mittelständische Unternehmen bei Finanzierung, Liquidität und Wachstum — aus der Bankersperspektive. Wir bereiten Ihre Zahlen so auf, wie ein Kreditentscheider sie lesen will, bevor es die Bank tut.

Nächster Schritt

Begriffe verstanden — und jetzt die eigenen Zahlen?

Im Erstgespräch ordnen wir Ihre Lage ein und sagen Ihnen, was ein Kreditentscheider daraus lesen würde — unverbindlich und ohne Verkaufsgespräch.

Kostenfreies Erstgespräch