Inflation

Anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, durch den Geld an Kaufkraft verliert. Für Unternehmen wirkt sie auf Kosten, Verkaufspreise, Zinsen und die reale Last bestehender Schulden.

MC Masko ConsultingRedaktion · Finanzlexikon Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit

Inflation einfach erklärt

Von Inflation spricht man, wenn das Preisniveau über einen längeren Zeitraum steigt — nicht nur einzelne Preise. Gemessen wird sie in Deutschland vor allem über den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts, im Euroraum über den harmonisierten Verbraucherpreisindex. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 % an. Für Unternehmen sind neben den Verbraucherpreisen vor allem Einkaufs-, Energie- und Lohnkosten entscheidend.

Im Betrieb wirkt Inflation auf mehreren Ebenen. Material, Energie und Löhne werden teurer; wer Preiserhöhungen nicht oder nur verzögert weitergeben kann, verliert Marge. Gleichzeitig steigt der Kapitalbedarf: Dieselbe Lagermenge bindet mehr Geld, höhere Rechnungsbeträge erhöhen die offenen Forderungen. Das Working Capital wächst, ohne dass das Unternehmen mehr verkauft — und muss finanziert werden.

Auf deutlich steigende Inflation reagieren Notenbanken in der Regel mit einem höheren Leitzins. Variable Kredite wie der Kontokorrent werden dann schnell teurer, neue Darlehen ebenfalls. Bestehende Schulden verlieren dagegen real an Wert: Wer ein Festzinsdarlehen hat, zahlt die gleiche Rate mit Geld, das weniger wert ist. Dieser Vorteil wirkt allerdings nur, solange die eigenen Erträge mit den Preisen mitwachsen.

Auch die Bilanz kann täuschen. Abschreibungen orientieren sich an historischen Anschaffungskosten. In inflationären Phasen reichen sie oft nicht aus, um eine Maschine zu heutigen Preisen zu ersetzen — ein Teil des ausgewiesenen Gewinns ist dann nur ein Scheingewinn. Hilfreich sind Preisgleitklauseln in langfristigen Verträgen, kürzere Angebotsbindungen und eine regelmäßig aktualisierte Kalkulation.

Beispiel aus der Praxis: Ein Elektroinstallateur mit 3 Mio. € Umsatz setzt im Jahr Material für 1,2 Mio. € ein. Steigen die Materialpreise um 8 %, fehlen ihm rund 100.000 € Marge, wenn er laufende Festpreisangebote nicht anpassen kann. Zugleich bindet sein Lager bei gleicher Stückzahl rund 8 % mehr Kapital.

Aus der Bankersperspektive

In inflationären Phasen prüft die Bank, ob Ihre Margen stabil bleiben und ob Sie Preissteigerungen weitergeben können, etwa über Preisgleitklauseln. Ein Umsatzplus, das nur aus Preiserhöhungen besteht, wird nicht als echtes Wachstum gewertet — weisen Sie Mengen- und Preiseffekt daher getrennt aus.

Häufige Fragen zum Thema Inflation

Wie wirkt sich Inflation auf meinen Kredit aus?

Bei einem Festzinsdarlehen bleibt die Rate gleich, die reale Last der Schuld sinkt sogar. Bei variablen Krediten wie dem Kontokorrent steigen die Zinsen meist mit, sobald die Notenbank die Leitzinsen anhebt.

Was können Unternehmen gegen Inflation tun?

Wichtig sind Preisgleitklauseln in längeren Verträgen, kürzere Angebotsbindungen und eine regelmäßig aktualisierte Kalkulation. Zusätzlich sollte der Kapitalbedarf für Lager und Forderungen neu geplant werden, weil er mit den Preisen wächst.

MC
Masko Consulting Betriebswirtschaftliche Beratung für den Mittelstand

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